Was soll der Scheiß?

Über Marginalisierung und sich selber treu bleiben.

Ich könnte jetzt über die politische Lage, Hungersnot, über Kriege, Rassismus oder Diskriminierung reden. Was für moralische Werte wir haben und was diese mit uns machen, aber ich will auf etwas anderes hinaus:

Unsere Gesellschaft ist so kurzatmig wie nie zuvor, wir entwickeln uns und unsere Ideale jeden Tag weiter und konzipieren Neue. Aber wie gefährlich kann das sein? Wann wird alles zu viel? Wann kommen wir nicht mehr mit?

Individualität ist mittlerweile doch selten geworden und bei vielen sogar Unerwünscht. Wir sind ein reines Nutzkonstrukt. Menschen, die aus dem Schema fallen, werden ausgegrenzt, nicht mehr wahr- und ernst genommen. Marginalisierung gibt es überall, auf alles bezogen, im Kleinen, wie im Großen.

Das Mutigste was wir tun können, ist eigenständig zu Denken und zu Handeln. Wir riskieren alleine zu sein. Aus dem Rahmen zu fallen ist Grund für Angst nicht unterstützt zu werden.

In der Schule kriegt man es besonders gut mit, auch wenn ich mit meiner Klasse da größtenteils sehr viel Glück habe, was aber auch nicht immer so war. Wahrscheinlich wird der Grundstein für dieses Verhalten in frühen Kindertagen gelegt. Wenn man in der Schule Erfahrungen mit Mobbing und Ausgrenzungen gemacht hat, legt man es später vielleicht nicht mehr drauf an und folgt den Erwartungen der Massen…?!

Aber wieso ist das so? Wieso haben ein Großteil der Menschen angst vor Unbekanntem, vor dem, was nicht der Norm entspricht oder den eigenen Idealen widerspricht? Entspringt dieses Handeln aus der Befürchtung, dass auch wir dann ausgeschlossen werden?

Dann sind wir wohl in einem Teufelskreis gefangen.

Jetzt wo ich das alles nochmal gelesen habe, fällt mir auf, eigentlich ist es doch dass, auf was ich hinaus wollte. Denn mit mehr Akzeptanz gäbe es viele Probleme nicht mehr und mit mehr Liebe und Verantwortungsbewusstsein so gut wie keine mehr. Auch die anfangs genannten.

Was denkt ihr darüber?

Pauline

Wer bin ich? Mein Standpunkt in der Welt.

In der Schule sollten wir vor einiger Zeit ein Essay schreiben, über uns. Wir durften uns eine Fragestellung oder Überschrift aussuchen. Ich habe das Dokument gerade wiedergefunden und finde, dass es gut hier hin passt.

Ich sitze in meinem Bett, mit dem Laptop auf dem Schoß und weiß nicht richtig wie ich anfangen soll. Ich bin siebzehn Jahre alt, lebe mit meiner Mutter und meinem Bruder in *****. Ich kann mich glücklich schätzen was meine Lebensumstände betrifft. In einem Land wie Deutschland geboren zu werden und leben zu können ist ein unfassbar großes Privileg und ein Luxus, den nicht jeder hat.

Mein Standpunkt in der Welt ist klar durch gesellschaftliche Gewohnheiten und Erwartungen geprägt. Ich gehe zur Schule und habe mehr oder weniger einen „Plan“ was ich mit meinem Leben machen möchte. Ich habe Freunde, eine liebende und geliebte Familie, eine Passion die mein Leben füllt. Ich bin kein Außenseiter, werde gemobbt oder ähnliches. Ich werde von meinen Mitmenschen so akzeptiert wie ich bin und konnte mir einen Charakter aufbauen mit dem ich grundsätzlich zufrieden bin. Natürlich wäre ich gerne fleißiger, strebsamer und irgendwie auch sicherer in dem was ich tue, aber prinzipiell bin ich klaglos. Aber hinter der Fassade bröckelt es.

Ich hinterfrage viel. Mir wird immer gesagt, dass ich zu viel nachdenke, mir zu viele Sorgen mache. Ich fühle mich persönlich schuldig, wenn irgendetwas nicht so läuft wie ich es mir vorgestellt habe oder es mir wünsche, wenn es jemandem, den ich liebe, schlecht geht. Durch eine Phase in der es mir sehr schlecht ging, durfte ich viele lernen. Ich bin in Therapie, nehme Psychopharmaka, habe quasi die Abgründe der menschlichen Psyche gesehen. Dadurch fühle ich mich manchmal älter als ich bin. Als hätte ich Dinge erlebt, gefühlt, gedacht und durchgemacht, die die wenigsten in meiner Alter erleben mussten. Das ist ja hoffentlich auch so, aber ich habe dadurch auf viele Situationen und Erlebnisse einfach einen anderen Blickwinkel.

Aber natürlich will ich mich nicht durch die Depression definieren, ich bin nicht die Depression, die Depression ist lediglich ein Teil von mir, den ich mehr oder weniger hinter mir gelassen habe. Trotzdem hat sie mich und mein Denk- und Sichtweise stark geprägt.

Die Frage „Wer bin ich“ ist aber auch schwer kurz zu beantworten, ich habe nämlich selber nicht wirklich eine Ahnung und müsste wahrscheinlich Seiten lange Texte schreiben um das Chaos, welches gerade in meinem Kopf herrscht, zu ordnen und zu einem klaren Ergebnis zu kommen.

Alles in allem fühle ich mich aber gut gewappnet für die Zukunft und denke, dass ich das mit dem „Leben“ schon irgendwie hinkriege. Gewiss nicht ohne Fehler, Niederschläge oder schlechte Phasen, aber immerhin lebe ich. Das ist doch eigentlich das wichtigste. Es geht doch gar nicht darum, WER man ist, sondern DAS man ist!

Der Text hat nicht wirklich einen roten Faden, aber ich stehe hinter den Worten zu 100%. Was denkst du zu diesem Thema? Was ist dein derzeitiger Standpunkt und wie hättest du ihn gerne? Lass mir deine Gedanken gerne in den Kommentaren da!

Pauline

 

Als die Welt unterging

Die Welt endete nicht mit einem großen bäng. Sie endete von Zeit zu Zeit, leise und gar unbemerkt. Sie starb vor unseren Augen, die wir geschlossen hielten, weil wir das Unheil, dass direkt vor uns geschah nicht sehen wollten, nicht wahrhaben konnten.

Uns wurde ein so unendlich kostbares Geschenk gemacht, ein Lebensraum. Von was oder von wem muss jeder für sich definieren. Wie konnten wir unserem Planeten das antun und ihn so zurichten? Wie konnten wir das mit unserem Gewissen vereinbaren? Was hat uns dazu getrieben? Wir sind Menschen und haben die Welt zu einem unmenschlichen Ort hergerichtet! Wie konnten wir nur unsere Meere mit Müll voll pumpen? Wie konnten wir es zulassen, dass jeden Tag etliche Tiere ihr natürliches Umfeld verlassen müssen, weil wir mal wieder einen Teil des Regenwalds abholzen? Wie konnten wir es soweit kommen lassen, dass “Friede” ein Fremdwort geworden ist und Krieg, Hass und Leid für viele zum Alltag gehört?

Die, die es können scheinen sich entschieden zu haben: einfach das Beste aus der Zeit zu machen die bleibt. Das Wichtigste scheint für sie ohne Verzicht zu leben. Ihnen ist es egal wie lange es diesen Planeten noch gibt, solange sie vier lagiges Klopapier, Gummibärchen die in kleinen Tüten Plastik in der großen Plastiktüte verpackt sind, sie Blütenweißes Papier zum Schreiben haben und den “Coffee to go” im Pappbecher in der Hand halten, scheinen sie zufrieden. Nicht “unnötig” viel Geld für Klamotten auszugeben, sondern möglichst viel für möglichst wenig zu besitzen, für viele unabdingbar. Natürlich machen sie das nicht bewusst oder mit bösen Absichten, sie denken nur nicht drüber nach… Ich schließe mich da auch nicht aus, ich schreibe in der Schule auch auf weißen Blättern und nicht auf den recycelbaren, gelblichen und als beruflich “Kaffeeabhängige” erwische ich mich auch mit den “to go” Bechern in der Hand, aber ich habe Momente in denen ich einsichtig bin und hoffe in Zukunft bedachter umzugehen und mir den Konsequenzen bewusst zu sein, die mein Kaufverhalten mit sich bringt!

Bei dem Fakt, dass eine Folge “Emergency Room” 13 Millionen US-Dollar gekostet hat, eine Folge “Game of Thrones” 6 Millionen und das Retten eines Kinderlebens mit Hilfe von Medikamenten gegen eine heilbare Krankheit nur 2000 US-Dollar kostet, wird mir schlecht. Aber wenigstens werden wir gut unterhalten während Menschen sterben, die Welt zu einem Ort Unmoralischer wird und sie von Zeit zu Zeit untergeht…

Achtet ihr auf Nachhaltigkeit und was sagt ihr zu dieser Thematik?

Pauline

Optionslähmung

Wir haben so viele Möglichkeiten und Perspektiven, dass wir keine Ahnung haben, was wir machen sollen, geschweige denn was wir machen wollen. In meiner Klasse ein verbreitetes Phänomen: Angst. Angst vor der Zukunft und was sie mit sich bringt. Im besonderen das Leben in der Berufswelt.

Nächstes Jahr machen wir (hoffentlich) unser Abitur und dann geht das Leben richtig los. Ich bin einer der wenigen Personen, die mehr oder weniger einen Plan verfolgen, ein Ziel haben. Nicht alle haben dieses Glück. Ein Gespräch mit einer guten Freundin, Yara, hat mich zum Nachdenken gebracht.

Ein Traumjob, ein Ziel, zu haben, ist Segen und Fluch zu gleich.

Yara hat noch nicht wirklich eine Idee, kann somit aber auch nicht enttäuscht werden, im Gegensatz zu mir. Wenn mein Wunsch, aus welchem Grund auch immer, nicht in Erfüllung gehen würde, stünde ich nicht nur planlos sondern auch enttäuscht und niedergeschlagen vor dem Nichts. Ich bin seit Jahren festgelegt und haben keinen Alternativplan, keine Ausweichmöglichkeit. Für mich gibt es im Moment nur eine Richtung: mein größter Wunsch ist es zu schreiben, am liebsten Bücher, Kurzgeschichten, Prosa. Es ist nicht so, dass ich schreiben will. Ich muss schreiben!

Aber was ist besser? Einen Plan haben und mit der Chance leben, dass man vielleicht enttäuscht wird? Oder unvoreingenommen in die Berufswelt starten, mit der Aussicht, möglicherweise Jahre zu verschwenden, bis man irgendwann den passenden Beruf gefunden hat? Für mich klingt beides angst einflößend, es geht schließlich um unsere Zukünfte…

Wie war/ist das bei dir? Hattest oder hast du einen Plan? Falls du schon arbeitest, studierst oder eine Ausbildung machst: hat dein Plan oder Wunsch sich als Realität herausgestellt oder nicht?

Pauline

Utopie = Dystopie?

Im Englischunterricht, besprachen wir vor einiger Zeit Utopien, Dystopien und deren Merkmale und Beispiele. Erst einmal zu der Begriffsklärung:

  • eine Utopie ist eine Gesellschaft in der es keine Mangel gibt, keine Kriege, keine sozialen Notstände. Bildung, Essen und Freiheit ist für alle ein Grundrecht. Kurz gesagt: alles Top!
  • eine Dystopie ist das Gegenteil. Ich vergleiche das gerne mit Murphy’s law: “Anything that can go wrong will go wrong”. Auf der Welt herrscht Krieg und Missstand. Unterdrückung und Gewalt stehen auf der Tagesordnung. Freiheit und ein harmonisches Leben gibt es nur im Traum. Kurz gesagt: alles doof!

Unter anderem haben wir auch einen Auszug aus dem Buch “Utopia” von Thomas More ausgeteilt bekommen. Da ich das Buch nicht ganz gelesen hab, weiß ich nicht, wie es weiter geht, ich beziehe mich also ausschließlich auf einen kurzen Auszug.

Speziell in More’s Utopie geht es um die Frage, ob die Menschheit ohne Geld nicht besser dran wäre. Alle geben was sie können und alle nehmen was sie brauchen. Wenn es jetzt also 1600 wäre, es in einer Stadt, einen Platz gibt, zu dem Landwirte, Fleischer, Schmiede und co. ihre Ware bringen und diese sich vom Anderen das nehmen, was sie zum Überleben brauchen, würden wir in More’s Utopie leben. Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass dieses Konzept über einen längeren Zeitraum aufgehen würde. Denn: nicht jede Berufung braucht eine Gesellschaft zwingend. Bänker und Goldschmiede sind nur zwei Beispiele. Sie würden dann ein gutes Leben führen ohne ackern zu müssen, die anderen übernehmen das für sie und ernähren sie mit. Ein Teil würde dann also in einer Utopie und die anderen in einer Dystopie leben.

Aber wieso sollten die Bauern damit einverstanden sein, dass sie die Bänker mit versorgen müssen? Wenn also nur die wenigsten für den Erhalt des Allgemeinwohls arbeiten müssten und die anderen ein Leben im Luxus führen könnten, würde es früher oder später zu Aufständen der Arbeitenden kommen. Aus einer Utopie wächst schließlich eine Dystopie. Wieso sollten sie sich das auch gefallen lassen? Natürlich sollten die, die nicht mehr arbeiten müssen Ehre, Gewissen und Moral beweisen und denen, die für den Erhalt der Gesellschaft und des Lebens schuften müssen, die Hälfte der Arbeit abnehmen, aber würden sie das wirklich tun? Da käme wohl ein Kollateralschaden in Form von Gewissensbissen auf uns zu…

Wir, hier in Deutschland, einer ersten Welt, leben im Überfluss, könnten uns nicht so leicht daran gewöhnen nur mit dem Nötigsten auszukommen, aber wenn More’s Modell langfristig anwendbar wäre, ohne Aufstände und Verweigerungen, würde die heutige Gesellschaft anfangen, sich die Arbeit gerecht zu teilen? Wären sie so fair oder würden sich die einen auf der faulen Haut ausruhen? Du siehst, diese Frage beschäftigt mich am meisten…

Entschuldige bitte, dass der Text ein bisschen wirr und quer geschrieben ist. Ich finde das Thema einfach sehr Komplex und Umfassend, was es schwierig macht, einen strukturierten Artikel zu schreiben… Außerdem wollte ich keine wissenschaftliche Abfassung verfassen, sondern einfach nur mein Gedankenchaos loswerden. Ich hoffe natürlich trotzdem, dass das was ich ausdrücken wollte verstanden wurde. Das hier war ein sehr spezifisches Beispiel, aber in irgend einer Form lässt sich das Prinzip auf jede Utopie anwenden. Ist es also ein Naturgesetz, dass sich eine Utopie früher oder später zwangsläufig in eine Dystopie umwandelt? Jetzt bist du dran: was denkst du darüber?

Quick Tipp: In der der Serie “Black Mirror” wird in jeder Folge eine andere dystopische Realität behandelt. Meistens spielt der Einfluss der Technik eine große Rolle. Die Folgen hängen nicht zusammen, es kommt also nicht zwingend zu einer Sucht ;)…

Der Wikipdia Artikel zu dem genannten Buch von Thomas More.

Pauline

Die Qual der Wahl

Die Wahl steht an und ich, als Erstwählerin, bin total überfordert. Es gibt so viele Möglichkeiten, manchmal unterscheiden sich die Parteien nur in ein paar Punkten. Ich bin 17 Jahre alt, darf folglich am 24. September den Landrat oder die Landrätin in meinem Wahlkreis wählen. Aber wie? Die allseits bekannten Wahlportale, wie zum Beispiel der “Wahl-O-Mat”, sind auch nicht bemerkenswert hilfreich: sie alle empfahlen mir unterschiedliche Parteien und die dazugehörigen Kandidaten. Also konnte ich mich und meine mögliche Entscheidung auch hier nicht bestätigen lassen. Im Gegensatz zu den meisten anderen Erstwählern hatte ich noch einen Trumpf. Im Juli hatten wir in der Schule eine Projektwoche in der es unter anderen auch eine Politikprojekt gab. Ich schloss mich diesem an und verbrachte knapp zwei Wochen mit den Parteiprogrammen der großen und bekannten Parteien in Deutschland – der SDP, der FDP, der Grünen, der CDU, die Linke und der AfD. Ich sollte mich besonders intensiv mit den Grünen und ihren Zielen auseinandersetzen. Wir waren knapp 30 Schüler, sechs Parteien und jeweils über 100 Seiten Wahlprogramm. Es gab also eine Menge Reibungspunkte und Diskussionsstoff. Aber da es so viele verschiedenen Ansichten und Ziele gab, kam ich ziemlich durcheinander und wurde verunsichert. Natürlich war es interessant auch hinter die Plakate zu schauen die an den Straßenrändern hängen. Wir hatten die Chance die Kampagnen der Parteien zu hinterfragen und zu diskutieren. Für mich habe ich festgestellt, dass es keine Partei gibt, mit der ich mich 100%ig identifizieren kann. Aber ich werde trotzdem wählen gehen, ich werde mich wohl zwischen den Parteien, denen ich zum Teil zustimmen kann, entscheiden müssen. Ich empfinde das als ziemliche Belastung, wir werden mit einer so wichtigen Entscheidung größtenteils allein gelassen. Es gibt keine Orientierungshilfe speziell für Jugendlich, was ich bedauerlich finde.

Wählen zu gehen ist ein Privileg (ich hoffe die Demokratie ist nicht nur ein Trugbild wie viele denken). Wir haben die Möglichkeit unsere Zukunft, ein Stück weit zumindest, mit zu gestalten und wenn wir nicht wählen gehen haben wir diese verspielt. Also appelliere ich an dich, wenn du Wahlberechtigt bist: geh Wählen!

Pauline

Soziale Medien und deren Einfluss

Wir alle nutzen soziale Medien wie Facebook, Instagram, YouTube, Pinterest, Twitter, We ♡ it oder Snapchat. Und wir lassen uns alle von Ihnen beeinflussen. Man scrollt durch seine Timeline, liket hier, shared da, favorisiert und kommentiert Beiträge von Bekannten von Freunden seiner Tante. Wenn wir die Apps schließen, uns unser Spiegelbild, dass die gegenüberliegende Scheibe in der Bahn wirft, ansehen, denken wir vielleicht: die Nase von der Frau auf Instagram sah aber schöner aus und bilden uns verurteilende Blicke unserer Mitmenschen ein. Die Story von Pia auf Snapchat war viel interessanter als meine. Flo hat auf Facebook mehr Freunde und Marie auf Twitter mehr retweets, ist sie relevanter als ich? Schon fühlt man sich schlecht, schlechter als Pia, Flo und Marie. Oder zumindest minderwertiger. Uns werden unrealistische Vorbilder gezeigt und vermittelt. Wir vergleichen uns mit bearbeiteten Fotos von Supermodel XY. Wir wollen auch so aussehen, quälen uns dafür, einem unrealistischen Trugbild gleich zu sein. Aber wieso tun wir uns das jeden Tag an? Wieso lassen wir uns von Medien so stark beeinflussen, dass wir uns nach ihrer Nutzung schlechter als vorher fühlen? Aus dem einfachen Grund, angst davor zu haben, etwas zu verpassen, wie die neusten Trends für Augenbrauen oder wie man jetzt seine belgischen Waffeln essen sollte um zeitgemäß und Hipp zu sein? Weil wir dazugehören wollen, weil wir keine Außenseiter sein möchten? Ich weiß das ich nicht die einzige bin, die so empfindet. Ich habe schon etliche Videos und Beiträge gesehen oder gelesen die sich mit dieser, oder einer ähnlichen, Thematik beschäftigen (eine Dokumentation, welche sich im Speziellen mit dem Einfluss von Facebook beschäftigt https://youtu.be/E2q0V1VEj_c). Aber wieso hören wir nicht einfach alle mit diesem Mist auf? Wieso haben wir es soweit kommen lassen? Medien sollten Spaß machen, zwanglos sein, eben ein netter Zeitvertreib und kein schlechtes Gewissen hervorrufen. Wieso haben wir sie eine so große Macht übernehmen lassen? Wieso ist Instagram nicht die Plattform geblieben, auf denen man Schnappschüsse seiner näheren Bekannten bewundern kann und Freunde unter lustigen Memes markiert hat? Seit wann bietet YouTube asozialem Content einen Platz und hat hochwertige Creator verdrängt, deren Beiträge noch einen tatsächlichen Mehrwert hatten, schenkt Beauty- und Fashion Gurus aber eine Bühne? Wieso schreit uns heutzutage jedes Medium an, dass wir zu schlecht für die heutige Gesellschaft sind, dass wir dringend ein Upgrade brauchen? Zu hässlich, zu dick, zu dünn, zu arm, zu feminin, zu maskulin, zu wenig Klamotten und Make-up am Körper haben oder eben zu viel. Oder, dass wir einfach generell nicht gut genug sind.
Auf Reaktionen und Denkanstöße bin ich sehr gespannt. Wie gehst du damit um, welche Social Media Angebote nutzt du und wie empfindest du deren Einfluss?

Pauline

Generation “Copy and Paste”

Bei dem Ausdruck Copy and Paste, denken wohl die meisten an den Umgang mit Computern. Auf das Verhalten der heutigen, jugendlichen Generation, lässt sich das aber wunderbar übertragen. Wenn ich mir die Jungs und Mädchen in unserer Schule oder in der Innenstadt so ansehe, könnte man meinen die Wissenschaft hat in Sachen “Klonen” erstaunliche Fortschritte gemacht. Die Jungs tragen rote oder weiße Sneaker, schwarze, enge, löchrige Hosen, weiße T-shirts und eine schwarze Lederjacke. Manche tragen, quasi als Pünktchen auf dem i, eine Cap, oder hochgestellte Haare. Bei den Mädchen sieht das ähnlich aus: weiße Sneaker, schwarze Leggins, Lederjacke und lange, geglättete Haare. Bei der Farbe des T-shirts sind wir allerdings etwas wählerischer…

Natürlich besteht das ganze Outfit aus Markenklamotten, egal wie schlecht es der alleinerziehenden Mutter finanziell geht, hauptsache man trägt “trendige” Teile. Aber nicht nur auf den Modestil lässt sich das beziehen. Heutzutage gibt es in fast jeder Clique einen, der den Ton angibt. Die Meinung ist korrekt und die Ansicht zählt und wer da nicht mitmacht wird rausgemobbt. Ja, es ist genau so grausam wie es klingt. Aber darauf komme ich vielleicht wann anders nochmal zu sprechen. Jetzt zurück zu den Klamotten! Zugegebenermaßen habe ich auch die ein oder andere Zeitschrift gekauft. Wie jedes Pubertierende Wesen wollte ich auf dem neusten Stand sein, was Mode und Bauty angeht. Aber nicht nur im Print Format wird uns vorgeschrieben, wie wir auszusehen haben und was wir gut finden müssen. Folglich ist gar nicht UNSER Verhalten schuld an dem ganzen Schlamassel, sonder mindestens genauso schuldig sind die Autoren der Artikel der Zeitschrift oder der Website XY. Es ist ein Zusammenspiel aus beidem; aus denen die die Trends vorgeben und an die breite Masse weitergeben und daraus wie wir damit umgehen. Wären meine Gleichaltrigen und ich nicht so unglaublich oberflächlich, würden wir uns alle viel weniger Stress und Druck machen. Und wenn wir Verantwortungsbewusster mit unserem Einfluss den wir auf andere haben umgehen würden, würde sich das ganze Copy and Paste Problem in Luft auflösen.

Pauline

Die Pubertät

Everybody’s youth is a dream, a form of chemical madness.

Schlauer Mann, dieser Francis Scott Fitzgerald, von dem dieser Satz stammt. Er hat den Nagel auf den Kopf getroffen, wie die Faust aufs Auge trifft dieses Zitat zu. Ja, Mädchen und Jungs, im Alter zwischen 12 und 19 (vielleicht sogar älter?), stecken in einer Phase fest, aus der niemand einem raus helfen kann. Die Haut spielt verrückt und es herrscht Gefühlschaos. Wir kennen das doch alle. Aber ich, als 15-jähriges Mädchen, folglich mitten in der Pubertät, habe große Hoffnungen das der Wahnsinn bald ein Ende hat. Ich bin mir sogar ziemlich sicher! Wenn wir in 10 Jahren auf diese verrückte Zeit zurück blicken, haben wir mit Sicherheit ein lächeln auf den Lippen. In dieser Zeit festigt sich unser Charakter, wir finden Freunde fürs Leben, entdecken Hobbys, verlieben uns das erste mal, machen Erfahrungen, testen unsere Grenzen aus, bleiben wach bis die Wolken wieder lila sind (🎶😉), haben wahrscheinlich zum letzten mal so eine stressfreie Zeit, auch wenn wir das jetzt nicht glauben wollen, weil die Schule einen zu erdrücken scheint. Wenn wir aber mitten drin stehen, in diesem chemischen Wahnsinn, wie Fitzgerald es so grandios zusammengefasst hat, wirkt es so, als wäre die Pubertät unendlich und wie die schlimmste Zeit des Lebens. Aber wir werden alle aus dieser Zeit raus kommen, mit einem tollen Charakter, den besten Freunden, um einiges Schlauer und als einzigartige, wundervolle Menschen. Ich bin mir sicher!

Pauline