Die Qual der Wahl

Die Wahl steht an und ich, als Erstwählerin, bin total überfordert. Es gibt so viele Möglichkeiten, manchmal unterscheiden sich die Parteien nur in ein paar Punkten. Ich bin 17 Jahre alt, darf folglich am 24. September den Landrat oder die Landrätin in meinem Wahlkreis wählen. Aber wie? Die allseits bekannten Wahlportale, wie zum Beispiel der “Wahl-O-Mat”, sind auch nicht bemerkenswert hilfreich: sie alle empfahlen mir unterschiedliche Parteien und die dazugehörigen Kandidaten. Also konnte ich mich und meine mögliche Entscheidung auch hier nicht bestätigen lassen. Im Gegensatz zu den meisten anderen Erstwählern hatte ich noch einen Trumpf. Im Juli hatten wir in der Schule eine Projektwoche in der es unter anderen auch eine Politikprojekt gab. Ich schloss mich diesem an und verbrachte knapp zwei Wochen mit den Parteiprogrammen der großen und bekannten Parteien in Deutschland – der SDP, der FDP, der Grünen, der CDU, die Linke und der AfD. Ich sollte mich besonders intensiv mit den Grünen und ihren Zielen auseinandersetzen. Wir waren knapp 30 Schüler, sechs Parteien und jeweils über 100 Seiten Wahlprogramm. Es gab also eine Menge Reibungspunkte und Diskussionsstoff. Aber da es so viele verschiedenen Ansichten und Ziele gab, kam ich ziemlich durcheinander und wurde verunsichert. Natürlich war es interessant auch hinter die Plakate zu schauen die an den Straßenrändern hängen. Wir hatten die Chance die Kampagnen der Parteien zu hinterfragen und zu diskutieren. Für mich habe ich festgestellt, dass es keine Partei gibt, mit der ich mich 100%ig identifizieren kann. Aber ich werde trotzdem wählen gehen, ich werde mich wohl zwischen den Parteien, denen ich zum Teil zustimmen kann, entscheiden müssen. Ich empfinde das als ziemliche Belastung, wir werden mit einer so wichtigen Entscheidung größtenteils allein gelassen. Es gibt keine Orientierungshilfe speziell für Jugendlich, was ich bedauerlich finde.

Wählen zu gehen ist ein Privileg (ich hoffe die Demokratie ist nicht nur ein Trugbild wie viele denken). Wir haben die Möglichkeit unsere Zukunft, ein Stück weit zumindest, mit zu gestalten und wenn wir nicht wählen gehen haben wir diese verspielt. Also appelliere ich an dich, wenn du Wahlberechtigt bist: geh Wählen!

Pauline

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