Utopie = Dystopie?

Im Englischunterricht, besprachen wir vor einiger Zeit Utopien, Dystopien und deren Merkmale und Beispiele. Erst einmal zu der Begriffsklärung:

  • eine Utopie ist eine Gesellschaft in der es keine Mangel gibt, keine Kriege, keine sozialen Notstände. Bildung, Essen und Freiheit ist für alle ein Grundrecht. Kurz gesagt: alles Top!
  • eine Dystopie ist das Gegenteil. Ich vergleiche das gerne mit Murphy’s law: “Anything that can go wrong will go wrong”. Auf der Welt herrscht Krieg und Missstand. Unterdrückung und Gewalt stehen auf der Tagesordnung. Freiheit und ein harmonisches Leben gibt es nur im Traum. Kurz gesagt: alles doof!

Unter anderem haben wir auch einen Auszug aus dem Buch “Utopia” von Thomas More ausgeteilt bekommen. Da ich das Buch nicht ganz gelesen hab, weiß ich nicht, wie es weiter geht, ich beziehe mich also ausschließlich auf einen kurzen Auszug.

Speziell in More’s Utopie geht es um die Frage, ob die Menschheit ohne Geld nicht besser dran wäre. Alle geben was sie können und alle nehmen was sie brauchen. Wenn es jetzt also 1600 wäre, es in einer Stadt, einen Platz gibt, zu dem Landwirte, Fleischer, Schmiede und co. ihre Ware bringen und diese sich vom Anderen das nehmen, was sie zum Überleben brauchen, würden wir in More’s Utopie leben. Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass dieses Konzept über einen längeren Zeitraum aufgehen würde. Denn: nicht jede Berufung braucht eine Gesellschaft zwingend. Bänker und Goldschmiede sind nur zwei Beispiele. Sie würden dann ein gutes Leben führen ohne ackern zu müssen, die anderen übernehmen das für sie und ernähren sie mit. Ein Teil würde dann also in einer Utopie und die anderen in einer Dystopie leben.

Aber wieso sollten die Bauern damit einverstanden sein, dass sie die Bänker mit versorgen müssen? Wenn also nur die wenigsten für den Erhalt des Allgemeinwohls arbeiten müssten und die anderen ein Leben im Luxus führen könnten, würde es früher oder später zu Aufständen der Arbeitenden kommen. Aus einer Utopie wächst schließlich eine Dystopie. Wieso sollten sie sich das auch gefallen lassen? Natürlich sollten die, die nicht mehr arbeiten müssen Ehre, Gewissen und Moral beweisen und denen, die für den Erhalt der Gesellschaft und des Lebens schuften müssen, die Hälfte der Arbeit abnehmen, aber würden sie das wirklich tun? Da käme wohl ein Kollateralschaden in Form von Gewissensbissen auf uns zu…

Wir, hier in Deutschland, einer ersten Welt, leben im Überfluss, könnten uns nicht so leicht daran gewöhnen nur mit dem Nötigsten auszukommen, aber wenn More’s Modell langfristig anwendbar wäre, ohne Aufstände und Verweigerungen, würde die heutige Gesellschaft anfangen, sich die Arbeit gerecht zu teilen? Wären sie so fair oder würden sich die einen auf der faulen Haut ausruhen? Du siehst, diese Frage beschäftigt mich am meisten…

Entschuldige bitte, dass der Text ein bisschen wirr und quer geschrieben ist. Ich finde das Thema einfach sehr Komplex und Umfassend, was es schwierig macht, einen strukturierten Artikel zu schreiben… Außerdem wollte ich keine wissenschaftliche Abfassung verfassen, sondern einfach nur mein Gedankenchaos loswerden. Ich hoffe natürlich trotzdem, dass das was ich ausdrücken wollte verstanden wurde. Das hier war ein sehr spezifisches Beispiel, aber in irgend einer Form lässt sich das Prinzip auf jede Utopie anwenden. Ist es also ein Naturgesetz, dass sich eine Utopie früher oder später zwangsläufig in eine Dystopie umwandelt? Jetzt bist du dran: was denkst du darüber?

Quick Tipp: In der der Serie “Black Mirror” wird in jeder Folge eine andere dystopische Realität behandelt. Meistens spielt der Einfluss der Technik eine große Rolle. Die Folgen hängen nicht zusammen, es kommt also nicht zwingend zu einer Sucht ;)…

Der Wikipdia Artikel zu dem genannten Buch von Thomas More.

Pauline

27 Kommentare zu „Utopie = Dystopie?

  1. Utopie und Dystopie sind scheinbar so unendlich weit entfernt vom Hier und Jetzt und lauern doch oft schon längst ums Eck… Insofern ist es kein Wunder, wenn Gedanken dazu nicht stringent zu formulieren sind – kein Grund für eine Entschuldigung diesbezüglich! Ich finde Utopien unendlich wichtig! Real an Utopien arbeiten tun die meisten Menschen aber kaum – schon aus Angst davor, dass sich die Utopie nach hinten raus doch zur Dystopie wandeln könnte. Schade eigentlich! Zumal wir parallel recht konkret drohende Dystopie-Szenarien geflissentlich ignorieren bis es zu spät ist…

  2. Spannendes Thema mit dem du dich da beschäftigst. Wir leben wirklich im Überfluss, leider ist das nur den wenigsten bewusst. Alle wollen mehr Geld, mehr kaufen, mehr besitzen. Eine Entschleunigung würde uns allen gut tun – so paradox es klingt… es geht uns heutzutage “so gut wie nie zu vor” und gleichzeitig so schlecht wie nie zu vor. Wo das alles wohl hinführt..?

  3. So ein schwieriges Thema so gut erklärt. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Wir sind hier an Überfluss gewöhnt und können uns nicht ansatzweise vorstellen, wie es wäre, wenn wir diese nicht hätten.
    Liebe Grüße, Selda.

  4. Erstmal hallo 🤗

    Ich wollte auch Mal mein Senf dazugeben und da ich der Meinung bin das Utopie eine Illusion ist und das niemand so direkt angesprochen hat weil wenn wie du gesagt eine Utopie die nicht in asozialität oder kriegen usw. Ausarten würde funktionieren könnte. Unser deutsches system würde ohne die schlimmen Faktoren auch funktionieren 😂
    Aber genau da ist das Problem Perfektion egal ob in klein oder in einem System gibt es nicht im großen ganzen ist das gesamte Universum ein Fehler weil wieso sollte etwas passieren wenn alles perfekt ist?

    Deswegen ist es so das man eine „Perfekte“ Zivilisation nur theoretisch anwenden kann.

    Ich hoffe das war verständlich was ich sagen wollte 😊 wenn nicht auch auf YouTube nach “ Die Theorie der Unordnung“ der erklärt das sehr gut.

    LG Julian

  5. Sehr interessanter Beitrag. Ich gestehe, in Englisch habe ich nie aufgepasst ^^. Allerdings merkt man das im alter und nun hole ich alles nach. Na, zumindest versuche ich es. Du kannst sehr gut erklären.

    Alles liebe

    PS: Die Serie kenne ich leider nicht. 😉

  6. interessanter Artikel Pauline. ich finde die entwicklung, die die menschheit im laufe der epochen gemacht hat ziemlich gut. ich könnte mir auch nicht mehr vorstellen ohne geld und technik zu leben – dafür sind wir der zeit einfach zu weit voraus und ich glaube auch nicht, dass die menschen sich gut in den ursprungszustand einfügen würden.
    glg karolina
    https://kardiaserena.at

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